Neben diesen drei Typen der Abduktion hat Umberto Eco noch einen vierten Typ ins Spiel gebracht – dezidiert für die Überprüfung und Begründung von Abduktionen. Die überkodierte und die unterkodierte Abduktion wenden eine Hypothese an, die es bereits gibt und die nur mehr oder weniger unsicher ist. Da die Hypothese einer kreativen Abduktion ganz und gar nicht sicher ist, gibt es Reflexionsbedarf, und ein Schritt auf die Metaebene hilft. Mit der Meta-Abduktion wird überprüft, ob diese Hypothese plausibel ist, ob sie in den theoretischen Kontext passt, ob sie überprüfbar ist usw. und ob sie insofern begründet werden kann.
Zitat | „Bei über- oder untercodierten Abduktionen ist diese Meta-Ebene der Schlußfolgerung nicht obligatorisch, da wir unser Gesetz einem Depot bereits geprüfter Welterfahrung entnehmen. […] Bei den kreativen Abduktionen fehlt uns diese Art der Gewißheit.“ (Eco 2004, S. 314) Weil wir uns also „nicht sicher [sind], ob die Erklärung, die man gewählt hat, ‘vernünftig’ ist“ (Eco 1985, S. 72.), ist die Reflexion der Abduktion gefragt, die Meta-Abduktion. Diese „liegt in der Entscheidung darüber, ob das mögliche Universum, das wir mit unseren Abduktionen der ersten Ebene entworfen haben, mit dem Universum unserer Erfahrung übereinstimmt.“ (Eco 1985b, S. 302)