Medienkompetenz als Meta-Kompetenz
This paper deals with the concept of media-competence in the era of globalization. The starting point is the hypothesis that the very globalization of society, culture, communication and information is a deep challenge for expanding this concept to a meta-competence. In a brief outline it is pointed out that common concepts of media-competence, in describing media only as tools of communication, are based on a naturalistic or even instrumentalistic fallacy. Therefore the operationalization of media-competence is often reduced to a catalogue of skills for educational programs, designed to fulfill economic demands, e.g. of the labour market. The originally critical goal of media-competence, as reflection of media-realities on a second order or meta-level, remains inefficient, until media-education seizes the efforts of the “Medial turn” in media-science and media-philosophy. Considering media not only as media systems or media contents or media technologies, but as possibilities of different forms of construction of reality, media-competence then turns out as meta-competence, i.e. an individualistic action-oriented reflexive competence, concerning the different medial ways of worldmaking. When at the next step media-competence is related to the process of globalization, it results that media-competence is essentially an individualistic and globalistic, within transaction-oriented reflexive competence, concerning the integration of different worldwide possible medial ways of worldmaking from an individual point of view. Thus meta-media-competence seems to be the modus vivendi in the era of globalization, a practice of everyday postmodern philosophy.
Das Medium schafft Wirklichkeit
Ist das Medium der Ort, wo Wirklichkeit gemacht wird – so muss also Reflexion in bezug auf das Medium viel mehr sein. In dieser Meta-Medienkompetenz geht es darum, die Veränderung und die Konfrontation mit ganz fremden Kulturen im globalisierten Horizont bewältigen zu lernen, global erfahrene Werte mit lokal gültigen auf einen Nenner zu bringen, diese im Zeichen jener zu re-lokalisieren durch Meta-Reflexion der vielfältigen Medien als Möglichkeiten von Wirklichkeit. Meta-Medienompetenz profitiert dabei von der Philosophie, der klassischen metareflektierenden Disziplin. Umgekehrt profitiert auch die Philosophie in dieser Situation: Philosophie hat m.E. nur dann die Chance, ihren genuinen Auftrag zu entfalten, wenn sie nicht ein System expliziert und dabei systemstabilisierend bleibt, sondern dem Druck ausgesetzt ist, verschiedene Systeme unter einen Hut zu bringen und dabei Möglichkeiten transversaler Vernunft (Welsch 1996) wahrzunehmen. Sonst bedarf es genau genommen ja keiner Philosophie. Dieser produktive Druck der Globalisierung hat zu einer Weichenstellung geführt: Nicht mehr primär zu begründen ist die Konsistenz dessen, dass in einem System nach einer immanenten Logik so oder so zu schließen und zu handeln ist (das kann auch eine Maschine prüfen), auch geht es nicht mehr allein um die Explikation von Prinzipien, Werten und Orientierungen, die in einem System wirksam sind, – sondern es geht vor allem darum, Möglichkeiten für Anschlüsse von einem System aus zu anderen sowie auch Möglichkeiten der Übertragung vice versa zu finden. Der dabei grundsätzlich nicht hintergehbare Punkt ist selbstverständlich das System, in dem man sich gerade (temporär) befindet: Systeme, die im Blickwinkel dieses Systems fremd sind, sind Bereicherungen, Neuland und vielleicht auch die neue Adresse, der man sich zuwendet.