Beschreibung, Abstract
In diesem als Gespräch konzipierten Beitrag geht es um die Fragen, welche Aufgaben die universitäre Bibliothek in Zukunft haben soll, und wie ist es möglich, die Qualität der Dienstleistung der Bibliothek darzulegen. Es wird gezeigt, dass für die Beantwortung dieser Fragen die Automatisierung bzw. die Nicht-Automatisierbarkeit der bibliothekarischen Dienstleistung als ein entscheidender Punkt gesehen werden muss. Zukunftsfähige Aufgaben der Bibliothek werden vor allem jene sein, die sich im Gegensatz zur Automatisierung der Informationssuche bei Suchmaschinen gerade nicht automatisieren lassen, und das betrifft vor allem die aktive klientenzentrierte Informationserschließung in der Beratung und Schulung von Bibliotheksbenutzer/innen. Diese Aufgaben der Bibliothek können gerade dann nicht automatisierbar sein, wenn das Ziel universitärer Lehre nicht nur auf Ausbildung, sondern auch auf Bildung gerichtet ist. Mit selbstbestimmter kritischer Reflexion von Wissen, als Ziel von Bildung, kann eine automatisierte Informationsrecherche nicht kompatibel sein, da sie auf informationelle Selbstbestimmtheit verzichten würde. Das hat auch Konsequenzen für die Frage, wie die Qualität der bibliothekarischen Dienstleistung dargelegt, gesichert und argumentiert werden kann. Bibliothekarische Arbeit, die als nicht automatisierbar gilt, ist eine Wertschöpfung von intellektuellem Kapital und entzieht sich demnach einer ausschließlichen Quantifizierung durch Leistungskennzahlen. Abschließend wird die Möglichkeit einer am qualitativen Forschungsparadigma orientierten Beschreibung der Dienstleistungsqualität der Bibliothek erörtert.