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S. 17

Allgemein kann man für einen semantischen Ausdruck „Ase" die notwendigen und hinreichenden Bedingungen dafür definieren, unter denen er heterolog bzw. autolog ist:

(3): Ase ε Ka ↔ Ase ε Ase

(4): Ase ε Kh ↔ ¬ (Ase ε Ase)

Dann wird „heterolog" selbst als semantischer Ausdruck überprüft. Hier sieht man ganz deutlich den wunden Punkt: nämlich dass der formale Begriff „Kh" im Definitionsschema anstelle von „Ase" eingesetzt wird - also wieder entsteht erst durch die Verwechslung eines formalen mit einem eigentlichen Begriff diese Antinomie:

(5): Kh ε Ka ↔ Kh ε Kh

(6): Kh ε Kh↔ ¬ (Kh ε Kh)

Ähnlich wie bei der Russell'schen Antinomie wird auch hier nicht nur einem eigentlichen Begriff eine formale Eigenschaft zugeordnet (also „'Mensch' ist eine Klasse", bzw. hier: „ 'Mensch' ist heterolog"), sondern sogar versucht, dem betreffenden formalen Begriff dieselbe formale Eigenschaft zuzuordnen (also: „'Klasse' ist eine Klasse", bzw. 'Heterolog ist heterolog") spätestens hier wird der Missbrauch sichtbar, obwohl schon im ersten Schritt die Grundlage dafür gegeben ist, wenn man ihn redlich und der Konsequenzen bewusst analysiert: denn einem Ausdruck bzw. einem Satz eine formale Eigenschaft zuzuordnen, muss zur Folge haben, dass auch diese formale Eigenschaft formale Eigenschaften haben muss (und im Falle der Antinomien widersprechen sich diese). Der wahrheitspragmatische Effekt zeigt dann den Missbrauch: der formale Begriff „heterolog" hat die formale Eigenschaft „heterolog" dann und nur dann, wenn er nicht die formale Eigenschaft „heterolog" hat (bzw. wenn er die formale Eigenschaft „autolog" hat) - genau wie die Klasse aller Klassen treibt „heterolog" als formalsemantische Eigenschaft der heterologen Ausdrücke über den logischen Bereich der Sprache hinaus.

Aber es gibt einen Unterschied zwischen der Grelling- und der Russell-Antinomie. Eine sich selbst enthaltende Klasse kann man nicht annehmen, wenn schon dann müsste man sie nur annehmen, um den formalen Begriff „Klasse" selbst als Klasse definieren zu können. Die Tatsache, dass einerseits alle eigentlichen Klassen nicht selbstbezüglich sein können , also notwendigerweise nicht sind, und andererseits, dass man für die „Klassifikation" der formalen Klasse eine selbstbezügliche Klasse annehmen müsste, spricht nicht für die Annahme einer solchen selbstbezüglichen Klasse, sondern zeigt, dass der formale Begriff „Klasse" nicht als eigentliche Klasse gesehen werden darf: entia non sunt multipilcanda sine necessitate! Also: Eine selbstbezügliche Klasse brauchte man nur für die formale Klasse, verzichtet man aber darauf, diese als eigentliche Klasse zu behandeln, dann wird eine selbstbezügliche Klasse überflüssig.