Klaus Niedermair
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Wissenschaft : Wissenschaftstheorie = Kommunikation : Metakommunikation

Was die Metakommunikation in der sozialen Wirklichkeit leistet, leistet die Wissenschaftstheorie in der Wissenschaft: Sie schafft die Möglichkeit, dass wir nicht nur über Inhalte debattieren – über Studien, Theorien, Begriffe – , und dabei jeweils in unseren wissenschaftstheoretischen Grenzen bleiben, sondern dass auch eine Reflexion darüber möglich wird, wie überhaupt geforscht wird, welche Interessen und Voraussetzungen in Forschung einfließen, welche Formen des Verstehens und Erklärens jeweils leitend sind. Insofern ist die Wissenschaftstheorie die Metakommunikation der Wissenschaft.
Ähnlich kann man die Analogie in die entgegengesetzte Richtung konkretisieren: Man könnte sagen, dass es wissenschaftstheoretisches Denken mutatis mutandis auch im Alltag gibt. wenn wir bspw. fragen: Warum verstehen wir dieselbe Situation unterschiedlich? Welche Perspektiven oder Vorannahmen bringen wir mit? Wie beeinflussen Sprache, Rolle, Beziehung unser „Wissen“ über die Realität? Die Grenzen sind fließend – mehr oder weniger sind wir alle in Epistemologie und Wissenschaftstheorie aktiv

Strategien und Methoden für Forschung und Studium - im Erscheinen 2026, München: UVK-Verl.
Aus:
Niedermair, Klaus: Handbuch Wissenschaftstheorie: Strategien und Methoden für Forschung und Studium - im Erscheinen 2026
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