Eine These jedenfalls, die unbezweifelbar aus dem Traktat-Text hervorgeht, wird quer durch das ganze Buch unbezweifelt gelassen: die These der Unsinnigkeit von (speziell philosophischen) Sätzen über den Sinn von Sätzen und Handlungen. Erst im Nachwort wird gezeigt, daß diese These so absolut nur gilt, sofern ein einziges Sprachsystem als Sprache überhaupt unterstellt wird (diese fehlerhafte Voraussetzung macht der T), - nicht aber, wenn mehrere Sprachsysteme (Sprachspiele) zugelassen werden (wie in den PU), denn dann gilt diese These nur relativ: die Möglichkeit sinnvoller Sätze über sinnvolle Sätze eines Sprachsystems kann nicht aus den Möglichkeiten desselben Sprachsystems geschöpft werden (ohne daß sich Widersprüche ergeben), braucht aber auch nicht (contra Metasprachenprinzip) durch ein höheres Sprachsystem begründet werden, sondern rechtfertigt sich autark (implizit selbstbezüglich) durch seine Brauchbarkeit im Verstehen des Sprachsystems: indem sich die Explikation eines Sprachsystems als Bedingung der Möglichkeit (der Verstehbarkeit) desselben erweist, begründet sie einmal die Möglichkeit des betreffenden Sprachsystems und gleichzeitig die Möglichkeit von sich selbst.