Klaus Niedermair
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Das Ideal der philosophischen Postmoderne

Die These der Heterogenität der Sprachspiele ist die Erinnerung an die kritische Reflexionskompetenz, Wirklichkeit zu sehen als verantwortungsvolle Konstruktion in einem offenen Horizont menschlichen Handelns und Sprechens. Dieser stete Verweis auf ein Ideal, auf den „unendlichen Horizont dessen, was zu sagen ist" (Jean-Francois Lyotard, Das Inhumane, S. 98) , kennzeichnet das philosophische Programm der Postmoderne: der Fortschritt der Menschheit zeigt sich nicht (wie die Geschichtsphilosophie bislang annimmt) in der historischen Realität, in den Geschichtszeichen, die unter bestimmten ideologischen Voraussetzungen irgendwie auf eine Entwicklung zum Besseren hinweisen, die Menschheit würde vielmehr zum Besseren fortschreiten, wenn die Menschen so hellhörig werden „für die doch undarstellbare Idee", ,daß sie bereits bei Geschehnissen, die scheinbar am allerwenigsten mit dieser Idee zu tun haben, die entsprechende Spannung verspüren" (Jean-Francois Lyotard. Der Widerstreit, S. 297) - Ideale werden also (besonders im postmodernen Zeitalter) dann wirksam und aktuell, wenn es uns schlechter (und nicht besser) geht.

Widerstand gegen die Okkupationen des Ideals in der Moderne
Aus:
Niedermair, Klaus: Das Ideal der philosophischen Postmoderne: Widerstand gegen die Okkupationen des Ideals in der ModerneIn: Hütter, Anton; Perger, Josef; Hug, Theo: Paradigmenvielfalt und Wissensintegration. Beiträge zur Postmoderne im Umkreis von Jean-François Lyotard. Wien: Passagen-Verlag, 1992.
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