"Meta" steht für einen Perspektivenwechsel, man tritt quasi zurück vom Geschehen, von den Phänomenen, den Objekten, reflektiert über das Geschehen usw. und geht – wie man auch sagt – von der Objekt- auf die Metaebene. Ein solcher Perspektivenwechsel ist uns am besten vertraut im Zusammenhang mit der Metakommunikation.
Im Alltag handeln wir meist aus der Überzeugung heraus, dass die Dinge so sind, wie wir sie sehen und dass es um die Dinge selbst geht, nicht um die Art und Weise, wie wir sie erkennen oder wie wir über sie kommunizieren. Wir konzentrieren uns auf das „Was“ – was gesagt wird, was passiert, was das Problem ist. Wir sind uns oft nicht bewusst, wie wir die Dinge eigentlich wahrnehmen, oder wie wir darüber kommunizieren.
Doch spätestens dann, wenn wir die Erfahrung machen, dass es Unterschiede gibt in der Art und Weise, die Dinge zu erkennen, zu beschreiben, und dass jemand etwas ganz anders sieht wie wir selbst, erkennen wir auch, dass es sinnvoll und notwendig ist, über die Gründe für diese Unterschiede nachzudenken – ähnlich wie in der Wissenschaft, wie wir bei unserem Praxisbeispiel gesehen haben. Wenn man in einem Gespräch merkt, dass man aneinander vorbeiredet, oder wenn in einem Konflikt unklar ist, worum es eigentlich geht, kann es hilfreich sein, die Kommunikation selbst zum Thema zu machen: Wie sprechen wir miteinander? Was bewirkt unsere Sprache beim Gegenüber? Welche Ebenen schwingen mit in dem, was wir inhaltlich sagen? Wir nehmen einen Perspektivenwechsel vor, treten einen Schritt zurück vom direkten Geschehen und Betrachten es auf einer höheren Ebene – der Metaebene.
Solche, zum Teil auch schmerzhafte Erfahrungen machen wir oft in der sozialen Wirklichkeit, im Zusammenleben mit anderen Menschen. In zwischenmenschlichen Beziehungen – in Partnerschaft und Familie, im Arbeits- und Berufsleben, in der Politik – gibt es immer wieder Konfliktsituationen, in denen wir uns schwer verständigen können, vor allem darüber, was eigentlich das Thema und das Problem ist, noch bevor wir uns auf die Lösungen konzentrieren können.
Jeder Mensch geht – bedingt durch seine Persönlichkeit, durch unterschiedliche Herkunft und Geschichte, Sozialisation und Bildung usw. – auf seine Art und Weise an die Dinge heran, geht von seinen Voraussetzungen aus, die sich von denen seiner Mitmenschen unterscheiden können, und hat dabei seine blinden Flecken, die ihm in ihrer ganzen Tragweite nicht bewusst sind. Menschen sind also prinzipiell in der sozialen Wirklichkeit, was ihre eigenen Voraussetzungen, ihre Optik, ihre „Philosophie“ angeht, „betriebsblind“. Daraus können Konfliktsituationen entstehen.
Eine Möglichkeit, Konflikte zu lösen, besteht darin, gerade so einen Perspektivenwechsel von der Objekt- auf die Metaebene vorzunehmen...
Auf einem ähnlichen Perspektivenwechsel beruht die Wissenschaftstheorie...