Beschreibung, Abstract
Bereits die Begriffe „Informations– und Kommunikationstechnologien“ zeigen eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen Präzision und konnotativer Offenheit. Denn einerseits bezeichnen diese Begriffe innerhalb der Informatik konkrete technische Einrichtungen, die aufgrund exakter, allerdings je nach Entwicklungsstand variierender Eigenschaften beschreibbar sind. Andererseits haben sich in ihrem semantischen Umfeld zusehends Begriffe wie „Informationsgesellschaft“ oder „Informationstechnisches Zeitalter“ entwickelt, die über den engeren Bereich der Technik hinaus zumindest plakativ auch deren menschliche und gesellschaftliche Dimension anvisieren. Darin liegt ihre Herausforderung. Ein interdisziplinärer Diskurs der Technologiebewertung und Technologiegestaltung ist in Gang gekommen. Sichtweisen und Technologiebegriffe werden grundsätzlich und differenzierter: unter anderem wird in der Philosophie der Postmoderne die Informatisierung der Gesellschaft zum Leitmotiv der Kritik an der technologischen Rationalität, dem Projekt der Moderne, der Aufklärung. In jedem Fall werden zentrale Themen menschlicher Existenz, die durch technisch–technologische Verkürzungen in Bedrängnis geraten sind, neu überdacht: Sprache, Wissen, Bildung, Intelligenz, Information, Kommunikation.