Klaus Niedermair
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Metaphernanalyse

Ein kleines Fragment funktionierender Alltagskommunikation müsste durch ein komplexes, nicht mehr nachvollziehbares Textdokument ersetzt werden: Was sich metaphorisch als Wirklichkeit „ergibt“, wäre ohne metaphorische Vernetzung und Verkürzung auf ein riesiges Instrumentarium von Ersatzbegriffen angewiesen.
Übrigens ist dies auch der Grund, warum ein kleines Stück menschlicher Intelligenz, soll sie als künstliche implementiert werden, Unmengen von Rechnerleistung und Programmcode braucht. „Es würde keinen konsistenten Algorithmus zur Erzeugung von Metaphern geben, und also auch kein mechanisches Verfahren, um sie, wenn sie auftreten, als solche zu identifizieren.“ (Cohen 1998, 29) Ist Metaphernkompetenz eine der letzten Bastionen, auf welche sich der Mensch angesichts seiner technologischen Reproduzierbarkeit im Hinblick auf sein Menschenbild zurückziehen kann?

Aus:
Niedermair, Klaus: Metaphernanalyse
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